Die Lehrveranstaltungsevaluation an der TU Darmstadt

Wem dient die Lehrveranstaltungsevaluation (LVE)?

Die regelmäßige Beurteilung der Lehre im Rahmen der Lehrveranstaltungsevaluation dient Universitäten auf verschiedenen Ebenen und ist daher gesetzlich im Hochschulgesetz verankert.

Fachbereiche nutzen Daten der LVE, …

  • um einen möglichen Bedarf an Weiterbildung oder Beratungen der Lehrkräfte zu identifizieren,
  • zur Auswahl von „best practice“-Veranstaltungen, die dann z.B. für Lehrpreise vorgeschlagen werden,
  • zur Verbesserung der Studienbedingungen (z.B. technische Ausstattung, Einsatz technischer Hilfsmittel zur Lehre, etc.).

Lehrende nutzen die LVE, …

  • zum Erkennen von Stärken und Schwächen der eigenen Lehre,
  • zur Überprüfung des Erfolgs eines gewählten Lehrkonzepts,
  • zur Ableitung eines möglichen Weiterbildungsbedarfs (z.B. bei didaktischen Konzepten, Ausnutzung von e-Leanring Angeboten etc.),
  • um mit den Studierenden über die Lehre in den Dialog zu treten,
  • zur Dokumentation der eigenen Lehrleistung.

Die regelmäßige Durchführung einer LVE und Beobachtung von Veränderungen ermöglicht Lehrenden die Weiterentwicklung ihrer individuellen Lehrkompetenz.

Studierende profitieren von der Teilnahme an der LVE, …

  • indem sie Lehrenden direktes Feedback zu einer Lehrveranstaltung geben können,
  • um Einfluss auf bestimmte Aspekte einer Lehrveranstaltung oder der Lehre einer Lehrkraft für künftige Veranstaltungen zu nehmen.

Die LVE ist somit ein Qualitätssicherungsinstument von dem alle beteiligten Akteure profitieren können.

Gegenseitige Wertschätzung von Lehrenden und Studierenden stellt dabei die Grundlage für einen hohen Nutzen der Ergebnisse dar.

Themen der Lehrveranstaltungsevaluation

In den standardisierten Fragebögen der LVE wird eine Rückmeldung zu verschiedenen Aspekten der Lehre erfragt:

  • Vermittlung der Lehrinhalte
  • Darbietung des Lehrstoffs
  • Engagement der Lehrkraft (Motivation zur Mitarbeit, Betreuung, Beantwortung von Fragen, etc.)
  • Anforderungen und Arbeitsaufwand
  • Lernerfolg und Zufriedenheit

Der an der TU Darmstadt eingesetzte Fragebogen für die LVE ist theoriebasiert. Das theoretische Konstrukt „guter Lehrveranstaltungen“ wurde von Heiner Rindermann in einem multifaktoriellen Modell der Lehrveranstaltungsqualität operationalisiert.

Das Modell zeigt verschiedene Merkmale für eine erfolgreiche Lehrveranstaltung auf Ebene der beteiligten Akteur*innen auf (s. Abbildung).
Die Fragebögen enthalten Fragen zu allen vier im Modell gezeigten Ebenen „Dozent“, „Studenten“, „Rahmenbedingungen“ und „Lehrerfolg“.

Multifaktorielles Modell der Lehrveranstaltungsqualität, Rindermann (2009)

Jeder Fragebogen enthält vier obligatorische Fragen, die sog. "Präsdiumsfragen", deren Ergebnisse für Fachbereichs- und Präsidiumsberichte zusammengefasst werden:

Struktur

Die Lehrveranstaltung ist inhaltlich gut strukturiert (roter Faden).

Lernziele

Die Lernziele der Lehrveranstaltung sind mir klar geworden.

Mitarbeit

Die Lehrperson regt uns gezielt zur eigenen Mitarbeit / zum Mitdenken an.

Note

Ich gebe der Lehrveranstaltung insgesamt folgende Note:

Weiterentwicklung der Fragebögen für die TU Darmstadt

Anfangs gab es eine große Zahl an Fragebögen für die unterschiedlichen Lehrformate (Vorlesung, Seminar, Übung, etc.). Diese wurden mit der Zeit auf Basis ihrer Schnittmengen immer weiter zusammengefasst und reduziert.

Auf diese Weise wurde die Komplexität reduziert und die Vergleichbarkeit der Ergebnisse über die Zeit für die Qualitätskontrolle ermöglicht.